Auto fahren in Australien ...

Mittwoch, 25.08.2010

 ... das ist wirklich ein Kapitel für sich.

 Nur um euch einen kleinen Einblick zu geben, hier ein kleiner Auszug aus einer Mail an meinen ehemaligen Fahrlehrer: 

 Bin am Samstag Auto gefahren. Das ist hier aber sowas von anders ! Das geht gar nicht !!
Hier blinkt man schon vor dem Reinfahren in den Kreisverkehr an welcher Ausfahrt man wieder rauswill. Wenn man den Blinker findet, denn der ist hier mit dem Scheibenwischer vertauscht. Und man reiht sich links ein, wenn man rechts abbiegen will (sogenannter HookTurn im CBD). Und ach ja, man fährt links. Die andern jedenfalls. Mich lockts immer noch ab und an auf die "flasche" Seite, vor allem beim Abbiegen und wenn ich dann alleine auf der Straße bin und keine Orientierung hab. Aber es wird!

... Genaugenommen ist es unverantwotlich, dass wir Europäer hier ohne Übungsstunden sofort auf den öffentlichen Straßen fahren dürfen.
 Aber es macht Spaß im Cafe zu sitzen und zu sehen, wer ein Rechtsfahrer ist und wer hier schon länger fährt: Beim Abbiegen geht immer, aber auch wirklich immer, zuerst der Scheibenwischer an *fg*

 Weniger spaßig dagegen ist es, hier selbst zu fahren.Zuhause bin ich wirklich gern Auto gefahren (mir fehlt mein kleiner Corsator!), aber hier ... krieg ich eher Bauchschmerzen, wenn ich daran denke fahren zu müssen. Zumal meine (bisher) einzige Fahrt alleine, schon den ersten Schaden gebracht hat.

 Eigentlich wollte ich gar nicht fahren, aber ich bin mit Fahrrad und Trailer nicht aus der Garage gekommen und zum Laufen war es für Toby zu weit bis zum Ballett. Also hab ich versucht das Auto so umzuparken, dass ich mit dem Trailer für's Fahrrad am Auto vorbeikomme und sooo lange dafür gebraucht, dass letztendlich keine Zeit mehr blieb, um mit Fahrrad dorthin zu fahren. Wir wären so gnadenlos zu spät gekommen, dass Sasha grad noch so den Abschluss mitbekommen hätte. Also dacht icht mir, wo ich schonmal grad im Auto sitze, fahren wir eben so rüber.

 Ich bin den gesamten Weg von nichtmal 4km (hin und zurück) wie auf Eiern gefahren, um nur nicht irgendwo anzustoßen. Ich meine das Auto hier ist das komplette Gegenteil von meinem Corsa-chen: Es ist neu, hat Servolenkung, einen stärkeren Motor, ich sitze auf der falschen Seite und ich FAHRE auf der falschen Seite. Also falsch im Sinne von ungewohnt für mich.

 Jedenfalls sind wir gut wieder zuhause angekommen und man konnte den Stein der Erleichterung, der mir vom Herzen fiel, wahrscheinlich bis nach Deutschland fallen hören. Aber zu früh gefreut. Denn schon beim Ausparken, hatte ich mich ein wenig in der Länge des Autos verschätzt.
Als Sandra nächsten Morgen mit dem Auto los wollte, hat sie mich auf 3 weiße Kratzer an der Stoßstange aufmerksam gemacht, die mir nicht aufgefallen waren, aber nur von mir stammen können, bzw von den Gasleitungen vor der Garage. Das war's dann erstmal mit meinen schlaf erfüllten Nächten.

 Aber zum Glück war das (entgegen meiner erster Vermutung) kein Weltuntergang. Es ist zwar immernoch verdammt ärgerlich, aber sowohl Sandra als auch Sven (der zu der Zeit auf Chinareise war und erst gestern zurück gekommen ist) haben mir glücklicherweise meinen Kopf zwischen den Schultern gelassen. 

 Ich werde wohl noch ein wenig üben müssen, denn am Autofahren komme ich hier mit Sicherheit nicht vorbei ... 

Drückt mir die Daumen !

 eure Michi

 

P.S. Hier noch ein Foto vom Ergebnis des Meetings Stoßstange mit Gasleitung:

 

Knutschflecken von der Gasleitung